Si,
si, si...
Ich bin
wirklich angekommen! In Santiago de Chile, nach 14 Stunden Flug von Paris,
Tränenreichen Abschieden, ersten Gesprächsversuchen auf Spanisch, einem
atemberaubenden Sonnenaufgang über den Anden und verspannten Schultern von
schweren Bagpacker Rucksack liege ich im sehr modernen Hotelzimmer im Bett und
lausche dem Stadtverkehr.
Unglaublich,
wie viel sich in zwei Tagen ereignen kann. Kaum habe ich meinen Eltern das
letzte Mal zugewinkt, hebt auch schon die Maschine ab und Stuttgart und
Deutschland verschwinden hinter mir. Der Pariser Flughafen (die reinste
Überforderung) bescherte mir dann erste Bekanntschaften mit anderen deutschen
Mitreisenden (Schwaben :D) sowie einem anhänglichen Brasilianer, der ähnlich
verloren war wie ich und die Chance nutzte, mich zu meinem Gate zu begleiten
...angeblich lache ich viel mehr als "normale" deutsche?! Naja, ein
bisschen Vorfreude aufs neue Leben darf ja auch sein :)
Und nach
ermüdenden 7 Stunden Wartezeit in Paris waren dann auch die anderen Leute von
AFS eingetroffen und wir konnten gemeinsam den langen Flug antreten. Meine
Sitznachbarin, eine ältere Dame aus Chile, klärte mich über die kulturellen
Unterschiede von Nord bis Süd auf und erzählte eine Sage, die ich allerdings
leider schon wieder vergessen habe und der ich auch nicht ganz folgen konnte...
aber was solls, es zählt schließlich die Geste und auf den ersten Blick war mir
die liebevolle chilenische Art sehr sympathisch. Der Schock kam dann erst bei
der Landung, nachdem wir die wunderschöne Kulisse der Anden im Morgenlicht
bestaunen durften tauchten wir in die Wolken ein- die sich dann auch bis zum
Boden nicht lichteten: Santiago im Nebel, bei gefühlten 10 Grad. Es war richtig
kalt hier!

Dafür
wurden wir umso herzlicher empfangen von dem AFSler Domingo (ja, er heißt
tatsächlich einfach nur "Sonntag"), der uns sehr schön langsam und
mit verständlichem Spanisch zum Essen einlud. Das Essen (Empanadas con queso y
champiñon und pan con pebre) war der reinste Traum, die traditionellen
spanischen Teigwaren verzauberten jeden von uns- es schmeckt hier einfach
unglaublich lecker und ist alles sehr fettig.... was uns schon zu der Annahme
brachte, 10 Kilo schwerer nach Hause zu kommen :D
Der
Jetlag zwang uns dann schon um 10 Uhr in die Betten, nach schlaflosen und anstrengenden
Tagen. Immerhin konnten wir uns soweit erholen dass der heutige Tag und das
volle Programm ohne große Müdigkeit und in entspannter Stimmung abliefen. Zum
ersten Mal konnten wir die wirklich schönen Seiten Santiagos bewundern als wir
ein kleines, traditionell chilenisch aufgemachtes "Dorf" mitten in
der Stadt besuchten.
Heute
wurde es dann auch richtig warm, obwohl die Chilenen nach wie vor in
Winterklamotten durch die Straßen laufen, da fällt man übrigens sofort auf wenn
man BLOND und GROß ist! Wir deutschen werden wohl immer die "Gringos"
bleiben, wie man hier Ausländer mit heller Haut nennt.
Gleich
gehen wir wieder auf die Straßen Santiagos um Abend zu essen, ich muss also
los! Morgen um 5 Uhr aufstehen, zum Flughafen und ab zu den Gastfamilien, auf
die wir uns hier alle schon sehr freuen :) und natürlich auch ein bisschen
nervös sind...
Hasta
pronto, ich lasse von mir hören!