Sonntag, 1. September 2013

Jetlag und Santiago im Nebel


Si, si, si...
Ich bin wirklich angekommen! In Santiago de Chile, nach 14 Stunden Flug von Paris, Tränenreichen Abschieden, ersten Gesprächsversuchen auf Spanisch, einem atemberaubenden Sonnenaufgang über den Anden und verspannten Schultern von schweren Bagpacker Rucksack liege ich im sehr modernen Hotelzimmer im Bett und lausche dem Stadtverkehr.





Unglaublich, wie viel sich in zwei Tagen ereignen kann. Kaum habe ich meinen Eltern das letzte Mal zugewinkt, hebt auch schon die Maschine ab und Stuttgart und Deutschland verschwinden hinter mir. Der Pariser Flughafen (die reinste Überforderung) bescherte mir dann erste Bekanntschaften mit anderen deutschen Mitreisenden (Schwaben :D) sowie einem anhänglichen Brasilianer, der ähnlich verloren war wie ich und die Chance nutzte, mich zu meinem Gate zu begleiten ...angeblich lache ich viel mehr als "normale" deutsche?! Naja, ein bisschen Vorfreude aufs neue Leben darf ja auch sein :)

Und nach ermüdenden 7 Stunden Wartezeit in Paris waren dann auch die anderen Leute von AFS eingetroffen und wir konnten gemeinsam den langen Flug antreten. Meine Sitznachbarin, eine ältere Dame aus Chile, klärte mich über die kulturellen Unterschiede von Nord bis Süd auf und erzählte eine Sage, die ich allerdings leider schon wieder vergessen habe und der ich auch nicht ganz folgen konnte... aber was solls, es zählt schließlich die Geste und auf den ersten Blick war mir die liebevolle chilenische Art sehr sympathisch. Der Schock kam dann erst bei der Landung, nachdem wir die wunderschöne Kulisse der Anden im Morgenlicht bestaunen durften tauchten wir in die Wolken ein- die sich dann auch bis zum Boden nicht lichteten: Santiago im Nebel, bei gefühlten 10 Grad. Es war richtig kalt hier! 




Dafür wurden wir umso herzlicher empfangen von dem AFSler Domingo (ja, er heißt tatsächlich einfach nur "Sonntag"), der uns sehr schön langsam und mit verständlichem Spanisch zum Essen einlud. Das Essen (Empanadas con queso y champiñon und pan con pebre) war der reinste Traum, die traditionellen spanischen Teigwaren verzauberten jeden von uns- es schmeckt hier einfach unglaublich lecker und ist alles sehr fettig.... was uns schon zu der Annahme brachte, 10 Kilo schwerer nach Hause zu kommen :D





Der Jetlag zwang uns dann schon um 10 Uhr in die Betten, nach schlaflosen und anstrengenden Tagen. Immerhin konnten wir uns soweit erholen dass der heutige Tag und das volle Programm ohne große Müdigkeit und in entspannter Stimmung abliefen. Zum ersten Mal konnten wir die wirklich schönen Seiten Santiagos bewundern als wir ein kleines, traditionell chilenisch aufgemachtes "Dorf" mitten in der Stadt besuchten. 





Heute wurde es dann auch richtig warm, obwohl die Chilenen nach wie vor in Winterklamotten durch die Straßen laufen, da fällt man übrigens sofort auf wenn man BLOND und GROß ist! Wir deutschen werden wohl immer die "Gringos" bleiben, wie man hier Ausländer mit heller Haut nennt.

Gleich gehen wir wieder auf die Straßen Santiagos um Abend zu essen, ich muss also los! Morgen um 5 Uhr aufstehen, zum Flughafen und ab zu den Gastfamilien, auf die wir uns hier alle schon sehr freuen :) und natürlich auch ein bisschen nervös sind... 

Hasta pronto, ich lasse von mir hören!

1 Kommentar:

  1. und wieder ich, sorry
    ja, es ist etwas anderes zu wissen, daß man in den Winter fliegt, als die Kälte tatsächlich zu spüren, die einem unter die Kleidung kriecht. Manche Reisende waren in Badeschlappen, wie ich auf den Fotos gesehen habe, die ich gemacht habe.
    Genauso wird es sein, wenn du die Herzlichkeit der Chilenen kennenlernst, die vielleicht wirklich ganz anders und echter ist als die der Deutschen. Alles ist anders, und dennoch sind es immer Menschen, die uns umgeben. - -
    Blond und groß!
    Ich glaube es ist relativ egal, wo du herumläufst, aber in Chile fällst du definitiv mehr auf!

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