Samstag, 8. März 2014

Nachtrag!

Halli Hallo!
Mit 4 Monaten Verspätung kommt hier mal noch ein kleiner Nachtrag den ich euch dringend schulde... mein schlechtes Gewissen plagt mich dann doch, euch so lange ohne Neuigkeiten stehen zu lassen. 
Ich werde niemals alles aufschreiben können aber zumindest ein paar Fotos und die dazugehörigen Erinnerungen schicke ich dann doch in die grosse weite Welt hinaus :)




Mit der ganzen Crew bei unserer Weinprobe... mmmmh lecker!
Wir hatten nämlich im November 2013 unser erstes Treffen mit allen Freiwilligen von AFS in Cunaco in der Nähe von Santiago. Das war natürlich ein grosses Hallo die Leute wieder zu sehen, die man zu Beginn seiner Reise schweren Herzens verlassen hatte. Gemeinsam kosteten wir die folgenden Tage dann voll aus, Seminar in einer kleinen Villa mit eigenem Park, Weinprobe auf einem Weingut in der Nähe (wo alle ihre Liebe zum chilenischen Rotwein entdeckten, der dann an den folgenden Abenden sogar das heissgeliebte Bier ablöste), Museumsbesuch in einem Museum über die Geschichte Lateinamerikas und natürlich nächtelange Gespräche über das Leben in Chile. Was aus der Zeit hängen geblieben ist: Ich habe unglaubliches Glück mit meiner Gastfamilie, mit der ich wirklich überhaupt keine Probleme habe und die mir sehr grosse Freiheiten lässt. Beispielsweise was die Ausgehzeiten angeht, da müssen andere um 12 zu Hause sein und ich habe nur die Anweisung bitte wenn ich dann nach Hause komme ein Taxi zu nehmen.Und abgesehen davon verstehen wir uns eben bestens, nach wie vor, das hat sich auch in den letzten Monaten nicht geändert! 
Im Anschluss an unser Seminar gings dann mit den meisten Freiwilligen ab in die ersten Ferien- nach Valparaiso. Die Stadt hat ihren Namen absolut verdient, ein Paradies! 



Wo sich bunt bemalte Häuserwände aneinander reihen, mit kunstvollem Graffity besprühte Mauern hinter jeder Strassenbiegung auf den neugierigen Besucher warten, Gitarrenklänge und Gesang aus dem offenen Fenster dringen, ein warmer Wind die Hügelligen Strassen hinunter weht zum Meer, kleine Pubs und Läden einladen zum verweilen... wird ein jeder von dieser bunten Stadt inspiriert, die nicht mit Sauberkeit und Prunkbauten glänzt sondern einen mit ihrem künstlerischen Charme verzaubert. 
Alte Fotografien an der Wand des "Tren más lento del Mundo"
Wir enteckten in den wenigen Tagen, die wir in Valparaiso- kurz: Valpo- verbrachten so viele wunderame Dinge, beispielsweise einen Zug, der auf stillgelegten Schienen abgestellt wurde und zum "langsamsten Zug der Welt" erklärt. Dort kann man jetzt einen Kaffe trinken gehen, der wohl billigste Kaffe in Valparaiso, im Pappbecher serviert, und dabei den Klängen eines leicht verstimmten Klaviers lauschen, das in dem Zug zur Klavierstunde zur verfügung steht und auch die Besucher einlädt zum spielen. 

 

 Ein Stück weiter die Küstenstrasse entlang findet man eine Reihe von bunten Trabbis,die wie an riesigen Wäscheklammern aufgehängt vom Himmel baumeln. 
In der Innenstadt, die steilen Hügel hinauf (die man entweder mit einer unendlich langen Treppe bewältigen muss oder einen der vielen alten Aufzüge nutzen kann, die auf Schienen und von Zahnrädern getrieben die Berge hoch und runter rattern) findet man überall Graffity, bunte Kunstwerke, die dem Betrachter nie langweilig werden lassen. Wer Glück hat kann sich sogar auf einen Plausch mit einigen Strassenkünstlern einlassen und sie nach ihrem Leben ausfragen. Kein Wunder, dass der berühmte Dichter Pablo Neruda auch ein Haus in Valpo hatte, das heute als Museum zugänglich ist und die wohl schönste Aussicht über die Dächer der Paradiesstadt bietet. 
Bei so vielen Entdeckungsmöglichkeiten wurden wir nie müde, die Hügel rauf und runter zu laufen, auch Abends lohnte sich ein Ausflug durch die Strassen, die Avenida Alemana entlang, mit Blick auf die im Wasser versinkende Sonne während sich die Stadt in ein Meer aus Lichtern verwandelt. 
Am Strand von Viña del Mar
Von Lifekonzerten, Kunsthandwerkermärkten, Bootsfahrt an der Küste entlang, lecker Kochen mit gutem Rotwein und jeden Tag ein Kilo Erdbeeren auf dem Markt kaufen bis zum Ausflug nach Viña del Mar und einem gechillten Tag am Strand hatten wir wirklich alles was man sich für seine Ferien wünschen kann. Für mich ist Valpo eindeutig die schönste Stadt die ich je gesehen habe!
Der Hafen von Valpo bei Nacht
Gemeinsames Kochen beim gemütlichen Abend unter Freiwilligen
Hier noch ein aus dem Internet geklautes Bild- aber es sieht wirklich so aus! :)
Tja und weil das Leben ja viel zu schön wäre ohne gelegentliche Tragödien muss ich noch hinzufügen dass mir auf der Rückreise von Valpo nach Puerto Montt bei meinem 8 Stündigen Aufenthalt in Santiago mein Laptop geklaut wurde :( Deshalb auch der Mangel an Bildern, die hatte ich nämlich vorher noch alle schön auf meinen Computer gezogen um sie auf der Kamera löschen zu können. Mitten auf der Plaza de Armas wurde ich dann um meinen Mac und meinen Reisepass ärmer... da hatte ich dann 3 Stunden zeit um heulend zur Polizei zu rennen, mich von einem Büro ins andere schicken zu lassen, mir eine Bestätigung zu holen dass mir mein Pass geklaut wurde (ich musste ja irgendwie meinen Flug antreten können) und dann gerade rechtzeitig es noch zum Flughafen zu schaffen. Glücklicherweise mit einer Kopie meines Passes im Geldbeutel, sonst hätte ich wohl in Santiago festgesessen. 
Das war definitiv der schlimmste Tag meines Lebens, alles weg, sämtliche Fotos meines Lebens, Dokumente der Schule etc etc... und das nur weil man eine Tasche 2 Minuten aus den Augen lässt. Lebenslektion gelernt. Das passiert mir nicht noch einmal.

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